Was ist Glück?

Eine der meist gestellten Fragen: Wie definiert man Glück? Ehrlich gesagt, war das auch meine Frage. Was ist Glück eigentlich? Seit Jahrtausenden machen sich Philosophen darüber Gedanken. Also so einfach ist das Glück nicht in Worte und schon gar nicht in Definitionen zu fassen. Das Wort Glück ist ein Containerbegriff und auch darum nicht so greifbar. Es beinhaltet so viel, dass man sich schnell überwältigt fühlt. Darum finde ich es eine gute Idee, erst mal zu beschreiben, was Glück nicht ist.

Was Glück nicht ist

Glück ist nicht nur sich vergnügen und Spaß haben. Immer Spaß haben zu wollen – das führt zum ständigen Verlangen nach dem ‚Kick‘. Man muss stets verrücktere Dinge machen, um wieder einen Adrenalinstoß zu bekommen. In dieser Tretmühle des Hedonismus müssen wir immer neue Glücksgefühle und Glücksfälle produzieren, auf einer vermeintlichen Suche nach dem Glück. Auch sollte man Glück nicht verwechseln mit Genuss. Genüssliche Dinge können einem höchstens kurze Glücksmomente und Befriedigung bringen. Da es sich gut anfühlt, z.B. etwas Leckeres zu essen oder etwas Schönes zu kaufen, neigt man dazu diese Dinge immer wieder zu tun, da eben der befriedigende Effekt nur von kurzer Dauer ist. Dies kann im schlimmsten Fall zu Abhängigkeiten führen. 

 

Das heißt nicht, dass wir uns nicht vergnügen dürften, im Gegenteil. Man muss sich nur im Klaren sein, dass es sich dabei nicht um das Glück handelt, das wir suchen. Es handelt sich dabei um positive Emotionen, die das Leben angenehm machen und zu kleinen Glücksmomenten führen können. Seligman* spricht dabei vom ‚pleasant life‘ – dem angenehmen Leben und allgemein spricht man vom hedonistischen Glück. 

Das größte Missverständnis liegt aber darin, dass wir denken und erwarten, dass Jemand oder Etwas uns glücklich machen kann. Wir sind also auf der Suche nach etwas, das sich im Außen befindet. Und wie jeder irgendwo weiß, kann man das ‚wahre‘ Glück nur im Inneren finden.

Die Reise führt nach innen

Will man das richtige Glück finden, muss man sich selbst kennenlernen; sich mit sich selbst auseinandersetzen. Die Suche im Innern ist nicht so einfach, vor allem wenn die Verführungen der Außenwelt ständig anwesend sind. Jeder Mensch stellt sich irgendwann einmal Sinnfragen wie „wer bin ich“ und „was ist der Sinn des Lebens für mich“, „was will ich mit meinem Leben anfangen“, usw. Um Antworten darauf zu finden, muss man sich auf den Weg machen und die Konfrontation mit sich selbst angehen. Das kann Angst und Unsicherheit auslösen; das vermeidet man lieber. Ablenkung ist dann unter Umständen einfacher, zumindest so lange man funktionieren kann und die unangenehmen Gefühle nicht zu sehr an die Oberfläche kommen. Dennoch ist es unvermeidbar, sich auch mit seinen Ängsten und anderen negativen Emotionen auseinanderzusetzen, will man dem Glück näher kommen.

Glück in der Positiven Psychologie

Martin Selgiman umschreibt in seinem Buch “Authentic Happiness” neben dem ‚Pleasant life‘ noch das ‚Engagement Life‘, also das engagierte Leben und das ‚Meaningful life‘, ein Leben das Sinn gibt. Nach Seligman hat Glück 3 Erscheinungsformen:

  • Positive Emotionen – das angenehme Leben
  • Engagement = Flow, eins sein mit dem was man tut
  • Sinngebung: ein sinnvolles Leben besteht darin, zu einer Sache, die größer ist als das Ich, zu gehören und ihr zu dienen. (Religion, Politik oder Familie)

Noch etwas ausführlicher umschreibt Selgiman in seinem 2. Buch „Wie wir aufblühen“ 5 Faktoren, die alle dazu beitragen langfristig erfüllt und zufrieden zu leben (Es müssen nicht alle 5 Faktoren erfüllt sein):

  • Positive Emotionen
  • Engagement (Flow)
  • Positive Beziehungen
  • Meaning – sinnvolles Leben
  • Accomplishment – Zielerreichung

Er nennt nun sein Buch die Theorie des Wohlbefindens, die über seine 1. Theorie des authentischen Glücks hinausgeht. Jedes der 5 Elemente trägt zum Wohlbefinden bei und hilft dem Menschen beim Aufblühen und so sein Potential zu entfalten.

Positive Beziehungen wurde als Kategorie hinzugefügt, weil anderen Menschen nun einmal Teil des Lebens ausmachen. Wenn man ein paar gute Freundschaften hat und ausserdem positive Beziehungen in der Familie und mit Kollegen oder Nachbarn, trägt das zum Allgemeinen Wohlbefinden erheblich bei.

Zielerreichung (oder Leistung und Erfolg) wurde hinzugefügt, weil die Befriedigung, die man erfährt, wenn man ein Ziel erreicht hat oder eine Aufgabe bewältigt hat, die man eigentlich für unmöglich hielt, ebenfalls einen erhebliche Beitrag zum Wohlbefinden liefert.

Quelle: Martin Seligman “Wie wir aufblühen – die 5 Säulen des persönlichen Wohlbefindens”, 2015.

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