World Happiness Report 2019 – wie glücklich ist Deutschland?

Der World Happiness Report untersucht bereits zum sechsten Mal, wie glücklich die Länder der Erde sind. Wie immer führen die skandinavischen Länder die Liste an. Finnland ist das glücklichste Land der Welt, Dänemark landet dieses Mal auf Platz 2, Norwegen auf Platz 3, gefolgt von Island und den Niederlanden. Allerdings ist der Unterschied in der Punktzahl zwischen den ersten 10 Plätzen gering: 1. Finnland = 7,769 Punkte, 10. Österreich = 7,246.

Die glücklichsten Länder der Welt

Der Grund, warum die skandinavischen Länder so gut abschneiden ist die Verbundenheit innerhalb der Gesellschaft, ein gutes Gesundheitssystem und soziale Sicherheit.

Für Deutschland hat sich kaum etwas geändert, es ging allerdings zum ersten Mal seit 2015 wieder abwärts und zwar von Rang 15 auf 17 (mit 6,985 Punkten) – hinter Ländern wie Kanada, Australien und Israel. 

Ganz hinten liegen der Südsudan (Platz 146 mit 2,853 Punkten) und die Zentralafrikanische Republik. Mit einigen Ausnahmen liegen die meisten Länder der 30 hintersten Ränge in Afrika. Das ist nicht verwunderlich, denn Krieg, diktatorische Verhältnisse und Korruption sind sehr schädlich für das Glücksgefühl. Am stärksten ist das Glücksgefühl im Vergleich zu 2008 in Syrien, Botswana, Venezuela und dem Jemen gesunken.

Global gesehen gibt es eine Zunahme der negativen Emotionen: Sorgen, Traurigkeit und Wut. Ausserdem gibt eine größer werdende Kluft zwischen glücklichen und nichtglücklichen Menschen innerhalb der Nationen, ähnlich wie beim Reichtum.

Wie wird Glück gemessen?

Es werden 6 wichtige Faktoren bei der Messung des Glücks berücksichtigt: das subjektiv empfundene Glück, die gefühlte Freiheit, sein Leben selbst zu bestimmen zu können, die Wahrnehmung von Korruption und Großzügigkeit sowie Einkommen, die Lebenserwartung und das zur Verfügung stehende soziale Netz. 

Auch die Großzügigkeit der Befragten bei Spenden und ihre Tätigkeit als Freiwilliger spielen eine Rolle. Positive Emotionen wie Glück, Vergnügen und lachen werden gemessen, aber auch die negativen Faktoren wie Sorgen, Trauer und Wut fließen mit ein.

Neben dem Messen der allgemeinen Lebenszufriedenheit (life evaluation), wird in dem diesjährigen Bericht tiefer auf 3 Themen eingegangen:

  1. Wie Konflikte und Regierungspolitik das Glück des Einzelnen beeinflussen,
  2. Wie soziales Verhalten und Normen das persönliche Glück beeinflussen,
  3. Der Einfluss sozialer Medien und Informationstechnologie auf das Glück.

Einige Ergebnisse zu den Themen

Zu 1: Glück und Politik

Glückliche Menschen beteiligen sich aktiver am gesellschaftlichen und politischen Leben und gehen höchst wahrscheinlich auch zur Wahl. Untersuchungen zum Wahlverhalten haben gezeigt, dass zufriedene Menschen eher auf die regierenden Parteien stimmen und unglückliche Menschen eher dagegen. Das Ansteigen der negativen Emotionen unterstützt, so vermutet man, die Populisten. Regierungen sollten also Lebenszufriedenheit und Glück ernster nehmen und sich nicht nur auf ökonomische Argumente stützen, wenn sie an der Regierung bleiben wollen. 

Menschen sind zufriedener, wenn ihre Regierungen effektiver, vertrauenswürdiger und weniger korrupt sind. Positiv auf das Glücksniveau wirken sich auch ein besseres Gesundheitswesen, weniger Gewalt und mehr Stabilität aus. 

Zu 2: Soziales Verhalten und Engagement

Großzügiges Verhalten kann unter bestimmten Umständen das Glück erhöhen. Es ist wahrscheinlicher, dass Menschen Freude daran haben, anderen zu helfen, unter folgenden Bedingungen:

(1) Sie können frei wählen, ob oder wie sie helfen sollen.

(2) Sie fühlen sich mit den Menschen verbunden, denen sie helfen.

(3) Sie können sehen, wie ihre Hilfe einen Unterschied macht.

Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen freiwilliger Tätigkeit und Glück konnte bisher jedoch nicht bewiesen werden. 

Zu 3: Soziale Medien und Informationstechnologie

Die zunehmende Freizeitbeschäftigung von Jugendlichen mit elektronischen Geräten, könnte den deutlichen Rückgang des Wohlbefindens von Jugendlichen nach 2011 erklären. Dies könnte auch einen Teil des Glücksrückgangs bei Erwachsenen seit 2000 erklären, obwohl diese Schlussfolgerung weniger sicher ist. In der Zukunft können sich Einzelpersonen und Organisationen, die eine Verbesserung der Zufriedenheit bewirken wollen, darauf konzentrieren, wie die Menschen ihre Freizeit verbringen.

“The World Happiness Report offers the world’s governments and individuals the opportunity to rethink public policies as well as individual life choices, to raise happiness and wellbeing. We are in an era of rising tensions and negative emotions and these findings point to underlying challenges that need to be addressed.” — Prof. Jeffrey Sachs

Link World Happiness Report 2019 https://www.dayofhappiness.net/report

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